Ideen ordnen
Vorhandene Stichpunkte werden nach Zielgruppe, Problem, Nutzen, Inhalt und Rahmen sortiert.
Erst das Angebot klären. Dann die Ausschreibung schreiben.
Eine Veranstaltung ist geplant, der Titel fehlt noch und die Website soll möglichst bald aktualisiert werden. Also bekommt die KI einige Stichpunkte und den Auftrag, daraus eine attraktive Ausschreibung zu schreiben. Das Ergebnis klingt oft professionell. Trotzdem könnte derselbe Text fast genauso gut zu vielen anderen Veranstaltungen passen. Typisch sind Formulierungen wie:
Solche Sätze sind nicht automatisch falsch. Sie sagen aber wenig darüber aus, warum genau dieses Angebot für eine bestimmte Person relevant ist. Häufig liegt das Problem bereits in der Ausgangsidee: Die Zielgruppe ist sehr breit, der Nutzen bleibt abstrakt, Inhalte und Ergebnisse werden vermischt oder das Format verspricht mehr, als in der verfügbaren Zeit möglich ist.
Nehmen wir eine sehr knappe Ausgangsidee: Workshop zu KI im Büro, drei Stunden, praxisnah, für Mitarbeitende. Eine KI kann daraus sofort einen vollständigen Veranstaltungstext schreiben. Für eine konkrete Ausschreibung fehlen aber noch einige Informationen:
Ausgangsidee prüfen
Sammle die vorhandenen Angaben und markiere, was noch fehlt: Thema, Zielgruppe, Ausgangsproblem, Nutzen, Inhalte, Format, Dauer, Voraussetzungen und organisatorische Rahmenbedingungen.
Angebot schärfen
Noch entsteht kein Ausschreibungstext. Prüfe stattdessen:
Entwurf schreiben
Aus der bestätigten Arbeitsgrundlage entsteht der vollständige Ausschreibungstext.
Gegenprüfen
Lass den Entwurf aus einer anderen Perspektive lesen, zum Beispiel aus Sicht einer skeptischen interessierten Person, einer Fachbereichsleitung oder einer Person ohne Vorwissen.
Für den Kanal anpassen
Passe den fertigen Text an den jeweiligen Einsatzort an. Website, Programmheft, Newsletter und Social Media brauchen unterschiedliche Informationsschwerpunkte.
Fachliche Inhalte, Voraussetzungen oder versprochene Ergebnisse dürfen nicht ergänzt werden, wenn sie nicht bestätigt sind.
Schritt 1: Klären
Ich möchte aus der folgenden Idee eine Ausschreibung entwickeln. Schreibe noch keinen Text, sondern stelle mir höchstens sieben gezielte Rückfragen zu Zielgruppe, Ausgangsproblem, Nutzen, Inhalten, Format, Dauer, Voraussetzungen und organisatorischen Vorgaben. Markiere widersprüchliche oder zu allgemeine Angaben.
Meine Ausgangsidee:
[Idee einfügen]
Schritt 2: Arbeitsgrundlage erstellen
Erstelle aus meinen Antworten eine Arbeitsgrundlage mit:
Kennzeichne nicht bestätigte Aussagen mit [ANNAHME]. Schreibe noch keine vollständige Ausschreibung.
Schritt 3: Ausschreibung schreiben
Erstelle jetzt auf Grundlage der bestätigten Angaben den Ausschreibungstext mit Titel, optionalem Untertitel, problemorientiertem Einstieg, Nutzen, zentralen Inhalten, Zielgruppe, Voraussetzungen, organisatorischen Angaben und einem klaren Abschluss. Schreibe verständlich, professionell und konkret. Vermeide Werbefloskeln und unbelegte Versprechen.
Umfang:
[Zeichen- oder Wortzahl einfügen]
Sobald der erste vollständige Text vorliegt, wird häufig nur noch an diesem Entwurf weitergearbeitet. Grundsätzliche Fragen zum Angebot geraten dabei aus dem Blick.
„Kommunikation, Konflikte und Feedback“ beschreibt Themen. Noch offen bleibt, was Teilnehmende anschließend konkret damit tun können.
Umfangreiche Kompetenzentwicklung passt nicht automatisch zu einem kurzen Workshop. Ausschreibung und tatsächliches Format müssen zusammenpassen.
Andere Titel und Adjektive machen zwei Veranstaltungen noch nicht unterscheidbar. Dafür braucht es eine erkennbare fachliche oder organisatorische Abgrenzung.
Eine Einladung formulieren, einen Mailverlauf auswerten, eine Ausschreibung schärfen, ein Protokoll erstellen oder passende Referent:innen recherchieren: Im Büroalltag entstehen viele Aufgaben, bei denen KI unterstützen kann.
Doch ein kurzer Auftrag wie „Schreibe mir eine professionelle E-Mail“ führt selten zu einem wirklich brauchbaren Ergebnis. Der KI fehlen Kontext, Ziel, Arbeitslogik und klare Qualitätskriterien.
Die KI-Promptkarten für Büro und Verwaltung setzen genau dort an. Jede Karte greift eine konkrete Arbeitssituation auf und führt dich mit einem direkt kopierbaren Prompt oder einer klaren Promptkette durch den Prozess.
Nicht allgemein, nicht belehrend und nicht als lose Sammlung beliebiger KI-Befehle, sondern als professionelles Arbeitsmittel für den täglichen Einsatz.
Bei Ausschreibungen spart KI vor allem dann Arbeit, wenn sie nicht sofort schreiben muss. Rückfragen, eine klare Arbeitsgrundlage und die Gegenprüfung helfen dabei, eine erste Idee so weit zu klären, dass daraus ein verständlicher Ausschreibungstext entstehen kann.
Der fertige Text kommt erst am Ende.