7 starke Gründe, warum diese kreative Schreibmethode das Lernen verbessert
Bedeutung von kreativem Schreiben im Unterricht
Kreatives Schreiben öffnet Lernenden die Tür zur Sprache. Gerade im Prüfungsunterricht entsteht oft zusätzlicher Druck, der den Zugang zum Schreiben erschwert. Der Nachruf wirkt hier wie ein didaktischer „Türöffner“: Er erlaubt spielerisches Herantasten an Textstrukturen, Ausdruck und Perspektiven.
Warum der Nachruf eine starke Schreibübung ist
Der Nachruf ist ein klar strukturiertes Format. Gleichzeitig bietet er kreativen Spielraum. Lernende müssen Wesentliches zusammenfassen, chronologisch ordnen und passende Formulierungen finden. Damit üben sie Fähigkeiten, die sie auch in formalen Prüfungsformaten benötigen.
Verbindung zwischen Kreativität und formalen Prüfungsformaten
Was paradox klingt, ist didaktisch logisch: Wer frei schreiben kann, kann auch formal schreiben. Die Hürde sinkt, weil die Sprache zuerst spielerisch genutzt wird. Der Transfer klappt dann leichter, weil Lernende sich sprachlich sicherer fühlen und bereits Strukturwissen aufgebaut haben.
Zielsetzung der Methode „Nachruf“
Die Methode fördert zentrale Kompetenzen:
Schreibkompetenzen stärken
Lernende üben:
klare Strukturierung
Zusammenfassung wichtiger Inhalte
treffende Formulierungen
stilistische Sicherheit
Wortschatzentwicklung und Perspektivwechsel
Je ungewöhnlicher das „verstorbene Objekt“, desto größer der Wortschatzgewinn. Gleichzeitig reflektieren Lernende, wie man aus einer neuen Perspektive schreibt – eine Kernkompetenz für Argumentation und formale Texte.
Durchführung – Schritt für Schritt erklärt
Vorbereitung im Unterricht
Lehrkräfte können echte Nachrufe aus Zeitungen nutzen, um zu besprechen:
Welche Elemente gehören dazu?
Wie ist der typische Aufbau?
Welche sprachlichen Mittel sind typisch?
Materialien und Sozialformen
Material: keines
Zeit: 10–20 Minuten
Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit
Ablauf
Thema oder Gegenstand vorgeben.
Kurze Erinnerung an Aufbau: Einleitung – Leben – Bedeutung – Abschluss.
Schreibzeit starten.
Texte im Plenum lesen und ggf. raten lassen.
Geeignete Themen für den Nachruf
Medien, die nicht mehr genutzt werden
Ideal, um technisches Vokabular zu aktivieren:
Kassette
Diskette
Röhrenfernseher
Walkman
Märchen- und literarische Figuren
Ermöglicht spielerische Verbindung zu Weltwissen:
Rotkäppchen
Dornröschen
Aschenputtel
Alltagsgegenstände
Bringen besonders viel Wortschatz zutage:
Regenschirm
Kugelschreiber
Kopfhörer
Varianten für unterschiedliche Niveaustufen
Gruppenarbeit mit Raterunden
Gruppen schreiben gemeinsam einen Nachruf und präsentieren ihn im Plenum. Danach raten die anderen, um wen oder was es sich handelt. Das motiviert und stärkt den Teamgedanken.
Erweiterte Aufgabenformate
Eine komplette Zeitungsseite „Traueranzeigen“ gestalten
Humorvolle Nachrufe für Unterrichtsposter
Schreibwerkstatt: „Wir verabschieden die alte Technik“
Vorteile der Methode für Trainer, Seminarleiter & Lehrkräfte
Didaktische Wirksamkeit
Der Nachruf bündelt viele zentrale Kompetenzen und ist gleichzeitig niedrigschwellig. Lernende steigen ohne Druck in die Schreibphase ein und erleben schnelle Erfolgserlebnisse.
Niedrigschwelliger Zugang zu Schreibaufgaben
Auch schreibschwache Lernende trauen sich sofort mehr zu, weil der Inhalt klar vorgegeben und humorvoll gestaltet werden kann.
Beispiele für Aufgabenstellungen
Beispiel 1 – Nachruf auf ein Medium
„Schreiben Sie einen Nachruf auf die Kassette. Beschreiben Sie ihr Leben, ihren Nutzen und ihr Ende.“
Beispiel 2 – Nachruf auf eine Märchenfigur
„Verabschieden Sie Dornröschen und erläutern Sie ihre Bedeutung.“
Beispiel 3 – Nachruf auf ein Alltagsobjekt
„Schreiben Sie einen Nachruf auf Ihren Lieblingsstift.“
Fazit
Der Nachruf ist eine wirkungsvolle, kreative und zugleich didaktisch fundierte Methode, die Schreibkompetenzen stärkt und den Weg zu formalen Texten erleichtert. Durch den spielerischen Zugang, den Perspektivwechsel und die klare Struktur ist sie hervorragend für Trainer, Seminarleitungen und Lehrkräfte geeignet.






