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Konzentrationsübungen für Kinder in Kita und Grundschule

Morgenkreis, kurz nach der Bringzeit. Ein Kind rutscht vom Kissen, zwei flüstern, eins schaut noch zur Tür. „Jetzt konzentriert euch bitte mal!“ Genau das passiert nicht. Konzentration lässt sich bei Kindern nicht anordnen. Sie lässt sich ausleihen: Von einem Ruf, auf den alle antworten, von einer Linie, auf der das Glöckchen nicht klingeln darf, von einem Bild mit fünf versteckten Fehlern. Hier steht, welche Konzentrationsübungen in Kita und Grundschule wann tragen.

Kinder leihen sich Konzentration: Von der Gruppe, vom Körper, vom Material. Welche Übung wann trägt.

Auswahl von Konzentrationsübungen für Kinder
Kita ab drei Jahren, Vorschule, Klassen 1–4, Hort
Ankommen, Übergänge, vor Lese- und Stillarbeit

Beim Bauen klappt es doch

Dasselbe Kind, das im Morgenkreis keine zwei Minuten sitzen bleibt, baut am Nachmittag vierzig Minuten an einem Turm aus Holzklötzen. Die Diagnose „kann sich nicht konzentrieren“ greift deshalb oft daneben. Das Kind kann sich konzentrieren – auf das, was es selbst gewählt hat und was ihm sofort zeigt, ob es gelingt. Schwer fällt etwas anderes: Von der eigenen Sache auf eine vorgegebene umzuschalten und dort zu bleiben, obwohl die Aufgabe keine Rückmeldung gibt. Genau an dieser Stelle setzen gute Konzentrationsübungen für Kinder an.

Bevor du eine Übung wählst, lohnt ein kurzer Blick darauf, woher die Unruhe kommt.

Der Kopf ist noch woanders: Nach der Bringzeit, der Hofpause oder dem Sportunterricht hängen die Kinder am Vorherigen. Hier wirkt eine kurze Übung als Brücke.

Der Raum ist zu voll: Lärm vom Flur, viel Material auf dem Tisch, alle reden gleichzeitig. Erst Reize wegnehmen, dann üben.

Der Körper meldet sich: Müde, hungrig oder zu lange gesessen. Dann hilft eine Konzentrationsübung kaum. Frühstück, frische Luft oder Bewegung helfen mehr, etwa ein Energizer für Kita & Grundschule.

Die Aufgabe passt nicht: Zu schwer, zu leicht oder nicht verstanden. Kinder, die noch wenig Deutsch sprechen, wirken schnell unkonzentriert, wenn sie die Anweisung schlicht nicht verstanden haben.

Es brodelt: Ein Streit aus der Pause, ein Abschied, der wehgetan hat. Das braucht ein Gespräch, keine Übung.

Übungen mit langen Erklärungen benachteiligen genau die Kinder, die ohnehin am wenigsten mitbekommen: Die Jüngsten in altersgemischten Gruppen, Kinder mit wenig Deutsch und Kinder, die schnell reizüberflutet sind. Je kürzer die Erklärung und je mehr vorgemacht statt beschrieben wird, desto mehr Kinder sind dabei.

Und manchmal ist die Methodenwahl nicht die Antwort. Zeigen sich die Schwierigkeiten über Wochen, in vielen Situationen und auch zu Hause, gehört das in ein Gespräch mit den Eltern und gegebenenfalls in eine fachliche Abklärung, auch von Sehen und Hören. Ein Spiel stellt keine Diagnose, und keine Übung ersetzt sie.

Ziel
Kinder in die Aufgabe holen und dort halten
Dauer
5 Sekunden bis 10 Min.
Sozialform
Ganze Gruppe, Tischgruppe, Paar oder einzeln
Materialaufwand
gering
Steuerungsgrad
Erst hoch, dann abnehmend

Erst geliehen, dann eigen

Erwachsene halten ihre Konzentration meist, weil sie sich dafür entscheiden. Kinder in Kita und Grundschule können das erst in Ansätzen. Sie bleiben dort bei der Sache, wo etwas außerhalb des Kopfes sie festhält: Eine Gruppe, die im Chor antwortet, ein Körper, der sonst das Gleichgewicht verliert, ein Bild, in dem noch zwei Fehler versteckt sind. Die Frage für die Auswahl lautet deshalb nicht „Welche Übung ist gut?“, sondern „Woran kann sich die Aufmerksamkeit dieser Kinder gerade festhalten?“ Daraus ergeben sich vier Wege, von außen nach innen.

Die Gruppe hält. Beim Call-and-Response ruft die Leitung den ersten Teil eines Spruchs, und alle antworten im Chor mit dem zweiten: „Hokus Pokus –“ „– alle im Fokus!“ oder „Eins, zwei, drei –“ „– Augen auf dich!“. Das Kind muss nichts entscheiden, nur mitsprechen, und die Stimme der Gruppe zieht die Nachzügler mit. Das dauert fünf Sekunden und trägt von der Kita bis in die zweite Klasse, auch mit Kindern, die wenig Deutsch sprechen. Den Spruch übst du in einem ruhigen Moment dreimal ein, bevor du ihn im Trubel brauchst: „Ich sage gleich ‚Hokus Pokus‘, und ihr antwortet ‚alle im Fokus‘. Wir probieren es ganz leise.“ Kommt er zehnmal am Tag, wird er zum Hintergrundrauschen. Dann hilft nach ein paar Wochen ein neuer Spruch, am besten von einem Kind erfunden. Ein stilles Aufmerksamkeitssignal wie die erhobene Hand gehört in dieselbe Familie. Ohne Worte geht es mit den Fingerspielen als Fokusmethode: Bei den Spiegelhänden bewegst du langsam eine Hand, und die Kinder spiegeln sie eine Minute lang, ohne ein Wort. Wer redet, verpasst die nächste Bewegung. Für Stillarbeit trägt dieser Weg nicht: Er holt die Gruppe zusammen, hält aber niemanden bei einer Einzelaufgabe.

Der Körper hält. Beim Gehen auf der Linie, einer Übung aus der Montessori-Pädagogik, gehen die Kinder langsam Ferse an Zehe auf einer Linie aus Klebeband, die als große Ellipse auf dem Boden klebt. Später tragen sie ein Glöckchen, das nicht klingeln darf, einen Löffel mit einer Kastanie oder einen Becher mit etwas Wasser. Der Körper meldet sofort, wenn die Aufmerksamkeit abwandert: Das Glöckchen klingelt, die Kastanie fällt. Niemand muss ermahnen. „Heute ist die Linie ganz leise. Wer das Glöckchen trägt, hört selbst, ob die Füße leise sind.“ Drei bis fünf Minuten reichen, dann setzen sich alle direkt auf der Ellipse hin, und der Kreis ist schon da. Ihren Platz hat die Linie, wenn Kinder körperlich aufgeladen sind: Nach der Bringzeit oder der Hofpause, in Kita und erster Klasse. Am Tisch arbeitet die Konzentration mit drei Bällen nach demselben Prinzip: Drei weiche Bälle oder Kastanien liegen in einer Reihe vor dem Kind. Abwechselnd legt die rechte Hand den rechten Ball zwischen die beiden anderen, dann die linke Hand den linken, wie beim Zopfflechten. Anfangs sprechen die Kinder leise mit: „Rechts – links – rechts.“ Wer es nach zwei Minuten fließend kann, lässt das Mitsprechen weg oder wird schneller. Ab der dritten Klasse kippt die Linie leicht ins Kindische. Dann trägt sie als Balance-Herausforderung in Zeitlupe, nicht als Morgenritual.

Das Material hält. Suchaufgaben geben der Aufmerksamkeit ein Ziel und ein Ende. Beim Fehlerbild vergleichen die Kinder zwei fast gleiche Bilder und suchen fünf Unterschiede. In der Kita reichen zwei große Bildkarten auf dem Boden. Die Veränderungssuche kommt ohne Kopiervorlage aus: Auf einem Tuch liegen sechs Dinge aus dem Gruppenraum. Alle schauen dreißig Sekunden hin und drehen sich dann um, während du zwei Dinge veränderst, den Stift quer legst, den Becher umdrehst. „Umdrehen. Was ist anders? Zeigt es mir, ohne es zu sagen.“ Anders als beim Kim-Spiel „Was fehlt?“ verschwindet hier nichts, es liegt nur anders. In der Grundschule passt Buchstaben suchen und zählen: Auf einer Seite aus dem Lesebuch kreisen alle jedes kleine m ein und schreiben die Zahl an den Rand. Dann vergleichen zwei Kinder. „Habt ihr unterschiedliche Zahlen, zählt ihr beide noch einmal. Wer recht hat, ist egal.“ So wird die Abweichung zum Anlass, genauer hinzusehen, nicht zum Fehler. Vor Lese- und Schreibphasen ist das die kürzeste Brücke, weil sie schon im Material der nächsten Aufgabe liegt. Kommt die Unruhe dagegen aus dem Körper, verpufft sie: Wer zappelt, findet keinen Unterschied, sondern ärgert sich.

Der Kopf hält. Hier hält nichts mehr von außen. Die Kinder müssen eine Reihe oder eine Regel selbst im Kopf behalten. Bei Ich packe meinen Koffer wiederholt jedes Kind die bisher genannten Dinge und hängt eins an. Mit Wörtern aus dem Sachunterricht wird daraus eine Wiederholung: „Ich packe in meinen Herbstkoffer eine Kastanie, ein rotes Blatt, einen Igel …“ Bei den Buchstaben- und Zahlenspielen hängt an einer Regel eine Bewegung. Gerade Zahl heißt: Alle stehen auf. Ungerade Zahl heißt: Alle bleiben sitzen – bis du die Regel heimlich tauschst. Ab der dritten Klasse passt Hatschi, bei dem jede Zahl, die durch drei teilbar ist oder eine Drei enthält, durch ein Ersatzwort ersetzt wird. Dieser Weg verlangt am meisten und stellt am ehesten bloß, weil jede Lücke vor allen sichtbar wird. Sein Moment kommt ab etwa der zweiten Klasse, wenn die Gruppe wach, aber zerfasert ist. In der Kita funktioniert der Koffer nur mit Bildkarten, die nach und nach umgedreht werden.

Was nicht hält. „Konzentriert euch jetzt mal!“ verlangt genau die Selbststeuerung, die gerade fehlt. Ein Stapel Konzentrationsarbeitsblätter beschäftigt, übt aber vor allem das Lösen solcher Blätter. Stillewettbewerbe („Wer am leisesten ist, darf zuerst …“) richten die Aufmerksamkeit aufs Stillsein statt auf die Aufgabe und lassen die unruhigsten Kinder als Verlierer zurück. Und eine Übung, deren Erklärung länger dauert als sie selbst, verbraucht die Konzentration, die sie herstellen soll.

Morgenkreis, Hofpause, Freitag

Kita, 8:50 Uhr, sechzehn Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Die Bringzeit war turbulent, zwei Kinder haben beim Abschied geweint. Die Erzieherin wägt ab: Ein Ruf würde die Gruppe für zehn Sekunden still machen, aber die Kinder sind nicht laut, sondern körperlich unruhig. Sie entscheidet sich für die Linie. „Heute fängt der Morgenkreis auf der Linie an. Wir gehen so leise, dass das Glöckchen schläft.“ Die Vorschulkinder tragen ein Glöckchen, die Jüngsten gehen ohne. Nach vier Minuten schlägt sie die Klangschale an: „Wo ihr gerade steht, setzt ihr euch hin. Der Kreis ist schon da.“ Der Morgenkreis beginnt ohne Umräumen.

Klasse 2, nach der Hofpause, gleich steht eine Lesephase an. Auf dem Hof gab es Streit um den Ball, drei Kinder reden noch darüber. Buchstaben suchen wäre die direkte Brücke zum Lesebuch, aber mit dem Streit im Kopf findet niemand ein m. Die Lehrerin nimmt zuerst den Streit aus dem Raum: „Wir vier reden in der Frühstückspause darüber, versprochen.“ Dann eine Minute Spiegelhände ohne Worte, danach das Material: „Schlagt Seite 34 auf. Kreist jedes kleine m ein. Wer fertig ist, vergleicht mit dem Nachbarkind.“ Anschließend lesen die Kinder genau diesen Text.

Klasse 4, Freitag, fünfte Stunde, Sachunterricht zum Thema Wald. Die Kinder sind wach, aber zerfasert. Die Lehrkraft schwankt zwischen einem Fehlerbild als stiller Einzelarbeit und Ich packe meinen Koffer. Nach vier Stunden braucht die Klasse eher Sprechen als Stillarbeit, also der Koffer – aber nicht mit 26 Kindern reihum, denn dann wartet jedes Kind minutenlang auf seinen Einsatz. „In euren Tischgruppen: Ich packe in meinen Waldkoffer … Nur Wörter, die heute an der Tafel stehen. Reißt die Kette, hilft die Gruppe flüsternd. Vier Minuten.“ Danach sagt jede Gruppe, welches Wort am häufigsten vergessen wurde, und genau das wird noch einmal erklärt.

Die Kette reißt, keiner fliegt raus

Niemand scheidet aus: Reißt beim Koffer die Kette, flüstert die Gruppe das fehlende Wort, und das Kind macht weiter. Fällt die Kastanie vom Löffel, wird sie aufgehoben, und es geht an derselben Stelle weiter, nicht zurück zum Start.

Sicher auf der Linie: Barfuß oder in Stoppersocken, zwei Schritte Abstand zum Kind davor, Becher nur aus Kunststoff und anfangs nur zu einem Drittel gefüllt. Ein Handtuch liegt bereit.

Jeder Körper hat eine Linie: Kinder im Rollstuhl fahren die Ellipse mit derselben Glöckchenregel. Kinder mit unsicherem Gleichgewicht gehen an der Wand entlang und dürfen sie berühren. Am Tisch fährt ein Finger eine Klebebandlinie nach, das Glöckchen in der anderen Hand. Das ist keine Ersatzrolle, sondern dieselbe Aufgabe.

Berührung nur mit Ja: Keine dieser Übungen braucht Körperkontakt. Will ein Kind auf der Linie eine Hand halten, fragt es vorher, und die Wand bleibt als Alternative.

Hören und Sehen doppeln: Zum Ruf gehört immer ein Handzeichen, damit Kinder mit Höreinschränkung und Kinder mit wenig Deutsch mitkommen. Reizempfindliche Kinder dürfen flüstern oder nur das Zeichen machen.

Keine Etiketten: Kein Kind wird vor der Gruppe „Zappelphilipp“ oder „unkonzentriert“ genannt. Beobachtungen zu einzelnen Kindern gehören ins Teamgespräch, nicht in die Übung.

Nichts für den Mund aufs Tuch: Für Veränderungssuche und Kim-Spiele keine Lebensmittel, nichts Spitzes und bei Kindern unter drei Jahren keine Kleinteile.

Die Stütze muss wandern

Die Stütze muss wandern

Ob eine Konzentrationsübung für Kinder gut oder mittelmäßig ist, entscheidet sich weniger an der Übung als daran, was mit der Stütze passiert. Am Anfang hält etwas von außen: Die Stimme der Gruppe, das Glöckchen, der Partnercheck. Bleibt die Stütze immer gleich, sind die Kinder nur mit Stütze dabei. Wird sie Schritt für Schritt abgebaut, geht die Steuerung an die Kinder über. Aus dem Ruf mit Antwort wird nach einigen Wochen das Handzeichen allein, dann ein Blick. Aus dem Glöckchen wird die Linie ohne Glöckchen, auf der die Kinder selbst merken, wann sie zu schnell werden. Aus dem Partnercheck beim Buchstabenzählen wird das eigene zweite Zählen. Ein brauchbares Zeichen für den nächsten Schritt: Schweigt das Glöckchen an drei Tagen hintereinander, kommt die nächste Stufe.

Die Reihenfolge der vier Wege ist deshalb auch eine Entwicklungsreihenfolge. In der Kita tragen vor allem Gruppe und Körper, in der Grundschule kommen Material und Kopf dazu. Feste Minutenangaben nach Lebensalter, wie sie in vielen Ratgebern stehen, helfen dabei wenig, denn eine feste Aufmerksamkeitsspanne ist keine belastbare Größe. Verlässlicher ist der Blick auf die Gruppe: Kippeln die ersten, bevor die Aufgabe richtig begonnen hat, fehlt der Halt, nicht die Zeit.

Dass sich die Steuerungsfähigkeiten von Kindern im Kindergartenalter spielerisch üben lassen, zeigen Studien aus der Schweiz und aus Italien: Kleingruppentrainings zu Arbeitsgedächtnis, Hemmung und Umschalten, in Italien ausdrücklich als Spiele angelegt, verbesserten genau diese Fähigkeiten bei Fünf- und Sechsjährigen. In der italienischen Studie liefen zwölf Sitzungen von etwa dreißig Minuten in Fünfergruppen, geleitet von Psycholog:innen. Ob das im Kita-Alltag mit Fachkräften genauso wirkt, ist offen. Eine Metaanalyse zeigt die Grenze: Solche Trainings verbessern vor allem das, was geübt wird, für Effekte auf nicht geübte Fähigkeiten fand sie keine überzeugenden Belege. Für den Alltag heißt das, die Erwartung richtig zu setzen. Die Linie im Morgenkreis soll die nächsten Minuten leichter machen, nicht das Rechnen im nächsten Schuljahr. Und eine Übung im Material der nächsten Aufgabe, etwa Buchstabensuchen im Lesetext, liegt näher an dem, was die Kinder danach brauchen.

Praxisimpuls: Linienkarten

Das Gehen auf der Linie wirkt in den ersten Tagen fast von allein: Die Füße werden langsam, die Gruppe wird leise, der Morgenkreis beginnt ruhiger. Nach einer Woche kennen alle die Übung, und das Glöckchen klingelt öfter, weil die Spannung fehlt. Dann braucht es keine neue Übung, sondern die nächste Stufe – eine, die die Kinder schon sehen können, bevor sie dran sind.

Die Linienkarten sind ein Mini-PDF mit Deckblatt und drei Seiten: Drei Schritte, mit denen du die Linie einrichtest, einführst und beendest, ein Hinweis zu Sicherheit und Zugänglichkeit und acht Linienkarten vom leisen Schritt bis zum doppelten Tragen, jede mit Aufgabe und Ansage. Ausdrucken, ausschneiden, neben die Linie legen und jede Woche eine Karte dazunehmen.

Mehr zum Festhalten

Übungen und Seiten, an denen Kinderaufmerksamkeit Halt findet.

  1. Fingerspiele als Fokusmethode

  2. Buchstaben- und Zahlenspiele

  3. Hatschi im Unterricht

  4. Gemeinsam zählen

  5. Konzentration halten im Seminar und Unterricht

  6. Pausenideen für Kita und Grundschule

  7. Kreative Methoden für Kita & Grundschule

  8. Warum Gruppen im Unterricht keinen Fokus finden

Passendes Material zum Thema

Konzentration halten: Aufmerksamkeit bauen statt einfordern

Zwanzig Minuten Fallarbeit, niemand stört, und trotzdem ist ein Teil der Gruppe nicht mehr bei der Sache. „Bitte konzentriert euch noch einmal“ hilft für ein paar Minuten, dann sieht der Raum aus wie vorher. Der Appell nennt kein Ziel und keine Handlung, und von vorn sehen Müdigkeit, Langeweile, Überforderung und Autopilot ziemlich gleich aus.

Dieses Workbook nimmt dir das Rätselraten ab. Du liest, in welcher Lage die Gruppe steckt, wählst die Übung, die genau dort trägt, und erkennst, wann keine Übung hilft, sondern nur ein Umbau der Phase.

8,50 €

Gefragt in Kita und Kollegium

Ab welchem Alter funktionieren Konzentrationsübungen?
In der Praxis klappen Ruf-und-Antwort-Sprüche und das Gehen auf der Linie ohne Gegenstand oft schon mit Dreijährigen. Veränderungssuche und Kim-Spiele gehen mit wenigen Dingen ab etwa vier Jahren, Buchstaben suchen, sobald die Kinder den Zielbuchstaben sicher erkennen. Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage, wie viel Stütze von außen die Gruppe gerade braucht.
Wie lange kann sich ein Kind in der Grundschule konzentrieren?
Eine feste Minutenzahl gibt es nicht. Wie lange Kinder dabeibleiben, hängt von Aufgabe, Tageszeit, Raum und Gruppe ab. Achte auf frühe Zeichen wie Kippeln, Flüchtigkeitsfehler und Nebengespräche und wechsle lieber eine Minute zu früh als zehn zu spät.
Bringen Konzentrationsarbeitsblätter etwas?
Als Beschäftigung ja, als Training kaum über das Blatt hinaus. Wirksamer ist ein Blatt aus dem Stoff der nächsten Stunde: Buchstaben im Lesetext suchen, Unterschiede in zwei Skizzen aus dem Sachunterricht finden. Dann übt die Konzentration gleich das, was danach gebraucht wird.
Was mache ich mit einem Kind, das nie mitmacht?
Gib ihm eine Rolle am Rand: Es schlägt die Klangschale an, verändert die Dinge auf dem Tuch oder bewacht das Glöckchen. Viele steigen nach dem Zuschauen von selbst ein. Fällt ein Kind über Wochen und in vielen Situationen heraus, gehört das ins Gespräch mit den Eltern.
Ist ein Kim-Spiel dasselbe wie Memory?
Nein. Beim Memory werden verdeckte Paare gesucht, das steht beim Paarsuchspiel. Ein Kim-Spiel nimmt etwas über einen einzigen Sinn wahr, durch Sehen, Tasten oder Hören, und erkennt danach, was fehlt. Bei der Veränderungssuche fehlt nichts, es liegt nur anders.

Fazit

Kinder in Kita und Grundschule konzentrieren sich nicht auf Zuruf. Sie halten sich fest: An einem Ruf, auf den alle antworten, an einer Linie, auf der das Glöckchen schläft, an einem Bild mit versteckten Fehlern, an einer Kette, die nicht reißen soll. Welche Übung trägt, hängt davon ab, woher die Unruhe kommt und woran sich diese Kinder gerade festhalten können. Sind sie müde oder ist ein Streit offen, hilft keine Übung. Ist der Kopf noch woanders, hilft die passende sehr schnell. Danach kommt der Schritt, den viele auslassen: Die Stütze nach und nach abbauen, bis die Kinder den Griff selbst finden.

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