Wie Sie Sprechhemmungen effektiv lösen – mit „Ja genau – und dann?“

 

Kennen Sie das?
Die Klasse sitzt im Kreis. Thema: freies Sprechen.
Alle sollen mitmachen. Alle sollen reden.
In der Theorie klingt das super.

In der Praxis?
Einer spricht. Zwei nicken höflich. Drei schweigen.
Und der Rest?
Denkt heimlich: Bitte nicht ich. Bitte nicht jetzt.

Was als offene Gesprächsrunde gedacht war, wird zur stillen Prüfungssituation.
Und die Motivation? Verabschiedet sich leise aus dem Raum.

Doch Sprache will fließen.
Wir lernen Sprechen durch Lust am Reden. Durch Neugier. Durch Impulse, die etwas auslösen.

Ja genau – und dann?


Manchmal reicht ein einziger Satzanfang –und plötzlich fließt, was vorher stockte. Und genau das passiert, wenn wir Methoden wie „Ja genau, und dann …“ oder einen einfachen Frage-Antwort-Ball einsetzen.

Was passiert bei „Ja genau, und dann…“?

Eine Teilnehmerin beginnt:
„Heute ist aber ein furchtbares Wetter.“
Die nächste Person sagt:
„Ja genau, und deshalb bleibe ich heute lieber zuhause.“

Und so weiter. Klingt simpel? Ist es auch. Und genau darin liegt die Kraft. Satzanfänge wie „Ja genau, und dann…“ wirken wie ein Sprungbrett, das den Sprechfluss trägt. Es geht nicht darum, richtig zu sein – sondern drin zu bleiben.

Diese Methode:

  • aktiviert ohne zu überfordern,
  • strukturiert ohne zu gängeln,
  • motiviert ohne Druck.

Und das alles in wenigen Minuten, mit null Material und maximaler Wirkung.

 Für Ihre Praxis – in 5 Minuten einsatzbereit:

Ziel: Sprachfluss trainieren, Satzverbindungen üben
Dauer: 5–10 Minuten
Sozialform: Plenum
Material: Kein Material nötig
Beispiel:
„Ich habe heute verschlafen.“
– „Ja genau, und dann kamst du zu spät zum Unterricht.“
– „Ja genau, und der Lehrer war gar nicht begeistert.“
usw.

Variante: Mit Handlungssätzen → „Ja und dann …“
Tipp: Wortschatz sichtbar halten – an der Tafel notieren, Genutztes streichen.

Ja genau und dann…PDF zum Mitnehmen.

Mehr Impulse für Ihren Unterricht

Im Blogbeitrag „Wie bringe ich meine Teilnehmenden zum Sprechen? Die Kugellager-Methode“ finden Sie zusätzliche kreative Übungen, die Ihre Lernenden motivieren und stärken.

Mein Buch Talk through art begleitet Sie mit praxiserprobten Methoden und fundiertem Hintergrundwissen. Perfekt für alle, die nachhaltig unterrichten wollen.

Schauen Sie sich das Video Handlungsketten an – mit noch mehr Ideen für einen lebendigen Unterricht! 

 

 Über den Blog

Der Blog ist als daf-daz-didaktik-blog 2015 aus der leidenschaftlichen Idee entstanden, Material und Methoden zu teilen, um gemeinsam besseren Unterricht machen zu können. Noch immer finde ich das einen wunderbaren Gedanken, denn was bin ich allein und was sind wir alle zusammen!

Mein Name ist Claudia Böschel und ich poste hier regelmäßig und freue mich, auch Ihre Ideen und Arbeitsblätter mit aufzunehmen. Schreiben Sie mir dazu gerne: info@variadu.de

Social Media Kanäle:

Letzte Beiträge

Blog Abonnieren

EINEN ALPHAKURS STARTEN

Seit Jahren gebe ich die BAMF-Zusatzqualifizierung für Alphabetisierung und das, was mich da immer alle Dozent:innen fragen ist:  „Können Sie uns die erste Woche exemplarisch mal zeigen?“ Konkret werden, sich einen genauen Ablauf vorstellen können – all das ist so wichtig, für einen erfolgreichen Einstieg und wie oft fehlt explizit dafür in Fortbildungen die Zeit. Hier haben wir sie und wir gehen genau darauf ein, was in den ersten
Stunden und Tagen  sinnvoll ist und was man eher vermeiden sollte.

Das lernen Sie im Modul
+ Tipps für die Vorbereitung auf einen Alphabetisierungskurs
+ Arbeit mit dem eigenen Namen
+ Erstes Testen der individuellen Fähigkeiten
+ Hintergrundwissen zu möglichen Stolperfallen
+ Methodeneinführung zur Ritualisierung des Unterrichts

Termin: 10.04.2025, 19:00 – 20:00 bzw. 21:00 Uhr, online live auf Zoom