Frequenz statt Niveau
Die Listen zeigen Wortschatz, der wirklich vorkommt: oft, früh und in vielen Kontexten.
Eine Sammlung aus meinem DaF/DaZ-Unterricht: Wortlisten nach Frequenz, Redewendungen, Kollokationen, Kärtchenspiele und Arbeitsblätter zu Orten, Personen und Arbeit. Rohmaterial, das du sofort einsetzen oder für deinen Kurs umbauen kannst.
Noch zwanzig Minuten, die Aufgabe ist durch, und die Gruppe schaut dich erwartungsvoll an. Oder der Kurs ist müde, und das Lehrwerk liefert genau jetzt nichts, was trägt. Mit einer guten Liste in der Hand kannst du improvisieren, ohne planlos zu sein.
Die Wortschatzschätze bündeln, was bei mir nicht im Lehrwerk gelandet ist, sondern in der Schublade: die häufigsten Verben mit typischen Partnerwörtern, Adjektive, Adverbien, Funktionswörter, falsche Freunde, Redewendungen nach Themen, Kollokationen und Interjektionen. Dazu kommen Familie- und Orts-Kärtchen, Automatisierungsblätter zu Orten, Personen und Adjektiven, Redemittel zum Wetter und zum geschäftlichen Telefonieren und zwei Sammlungen mit Miniübungen, die aus jeder Liste eine Aktivität machen.
Wer ist das? Die Schwester von meiner Mutter. Klingt einfach, bis es in einer Minute zehnmal klappen soll.
So geht’s: Druck die Kärtchen doppelseitig aus, laminiere sie bei Bedarf und schneide sie aus. Vorne steht die Frage mit den Redemitteln für die Antwort, hinten die Lösung zur Selbstkontrolle. Erst üben alle TN für sich, dann treten zwei im Duell an: Wer schafft in einer Minute die meisten richtigen Kärtchen? Lieber kooperativ? Dann fragt eine Person, die andere antwortet.
Warum das wirkt: Der Schwerpunkt liegt auf dem Sprechimpuls. Die Kärtchen werden mündlich eingeübt, bis die Formen automatisiert sind, und weil die Lösung auf der Rückseite steht, können die TN ohne dich üben.

Die Listen zeigen Wortschatz, der wirklich vorkommt: oft, früh und in vielen Kontexten.
Du greifst zur Liste, wenn der Kurs müde ist oder schneller als geplant.
Miniübungsblöcke und Spielideen machen aus schlichten Wortlisten Bewegung, Gespräch und Wiederholung mit Humor.
Viele Automatisierungsblätter haben Lösungen oder Lösungsvorschläge direkt im Anschluss.
Viele dieser Blätter sind in meinen Kursen entstanden, oft spontan, zwischen Kaffee, Kursbuch und „Das probiere ich morgen gleich aus“. Ich habe sie über Jahre auf meinem früheren Blog DaF-DaZ-Didaktik geteilt und wurde immer wieder gefragt, ob es sie auch gesammelt gibt.
Nach Niveaustufen sortiere ich hier bewusst nicht. Sprache hält sich selten an Niveaus, deshalb arbeite ich lieber mit einem anderen Kompass: Frequenz. Nicht alles davon ist leicht, aber alles ist relevant.
Die Blätter sind nicht perfekt, sondern gewachsen. Wenn du auf einer Seite denkst „Da fehlt doch was“, dann ist das eine Einladung: Vieles hat sich in meinem Kurs erst mit den TN selbst vervollständigt, durch ihre Beispiele, ihre Fragen, ihr Lachen.
Claudia Böschel
Für Lehrkräfte in DaF und DaZ, in Integrations- und Sprachkursen, in der Erwachsenenbildung und im Einzelunterricht.
Besonders hilfreich, wenn du das kennst: Die Gruppe hat das Wort gestern noch gekannt. Heute im Gespräch fehlt es. Und das Lehrwerk bietet dir genau dafür keine Wiederholung an.
Du gibst Einzelunterricht und brauchst kurzfristig Material, das genau zu deiner Person passt? Oder du hast einen Kurs, in dem geschäftliches Telefonieren dran ist? Die Listen und Blätter funktionieren ohne Niveaustufen und lassen sich je nach Gruppe kürzen, ergänzen oder umbauen.
Und dann gibt es diesen Moment: Jemand übersetzt wörtlich aus der eigenen Sprache, und heraus kommt ein Satz, den so niemand auf Deutsch sagen würde. Für genau solche Stellen gibt es die Listen zu falschen Freunden, Kollokationen und Redewendungen, mit denen du nicht nur korrigierst, sondern gleich weiterübst.
Die häufigsten Verben mit Partizip und typischen Partnerwörtern, Adjektive, Zeitwörter, Adverbien, typische Personengruppen und typische deutsche Nomen.
Funktions- und Strukturwörter, semantische Felder, Sprachregister von formell bis informell, grammatiknahe Listen wie reflexive Verben und Wechselpräpositionen, falsche Freunde, Sprechakte und Sprachbewusstheit.
Redewendungen nach Themen, Redensarten zum Thema Essen, eine Zuordnungsübung zu Beziehungen, Kollokationen nach Verben und Interjektionen, jeweils mit Lösungen.
Kindheitserinnerungen als Spielfeld, Familie-Kärtchen als Wendekarten und Orts-Kärtchen mit „Gibt es in der Nähe …?“.
Automatisierungsblätter zu Orten in Wohnung und Stadt, Personen und Verben, Verkehrsmitteln, Gegenteilen von Adjektiven und Verben, dazu Redemittel zu Tagesablauf, Wetter, Familie, Personenbeschreibung, Elternsprüchen, Berufsrätsel, Berufsbildern und geschäftlichem Telefonieren mit Rollenspielen.
Die Miniübungsblöcke und die Ideensammlung „Wenn Listen lebendig werden“ mit Aktivitäten wie Wortdetektive, Satzbaukasten, Sprachspaziergang, Fehlersafari oder Wörter im Körper.
5 Schritte
Such dir die Liste oder das Blatt, das zum Thema oder zur Stimmung im Kurs passt.
Druck das Blatt aus oder bereite die Kärtchen vor, bei Bedarf doppelseitig und laminiert.
Nimm eine Idee aus den Miniübungsblöcken, um die Liste in Bewegung, Gespräch oder Wettkampf zu verwandeln.
Lass die TN die Formen mündlich üben, bis sie ohne Nachdenken kommen.
Ergänze, kürze oder bau das Blatt um, so wie es deine Gruppe gerade braucht.
Familienwortschatz, der nicht in der Liste stecken bleibt. Ein Spiel, das gut zu den Familie-Kärtchen passt.
Blättere in die Leseprobe: Inhaltsverzeichnis, das Vorwort zur Sammlung, eine Seite mit semantischen Feldern und die Anleitung zu den Familie-Kärtchen.


